Drei Fragen an Thomas Klein, Grüne

Pv

von Paul von blustories
vom 10.03.2021

Der Bundestagskandidat für die Osnabrücker Grünen, Thomas Klein, im Gespräch mit blustories. Spätestens seit dem Abkommen von Paris gilt das Ziel, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf "deutlich unter" 2 °C zu begrenzen. Der Erfolg von Politikern und Parteien hängt zunehmend mit ihren Antworten auf die Klimakrise zusammen.

Dies ist der zweite Beitrag der Serie „Interview zur Nachhaltigkeit“, bei der wir drei Fragen an Politiker stellen. Die gleichen Fragen hat der Bundestagskandidat der Osnabrücker SPD beantwortet.

blustories: Die Frage der Klimalast von kleineren Flughäfen wird momentan viel diskutiert. In Osnabrück geht es um die Zukunft des Flughafens Münster/Osnabrück (FMO). Was ist deine Position hierzu?

Thomas: Der FMO hat zu keiner Zeit schwarze Zahlen geschrieben und musste stets durch die ihn tragenden Kommunen finanziell gestützt werden.

Eine ideologiefreie Diskussion über die Fortsetzung oder Abwicklung dieses Flughafens ist mit CDU und SPD nicht möglich; nicht einmal ökonomische Argumente finden bei ihnen Gehör. Schon in der Vergangenheit waren diese Parteien blind vor Eifer, den Flughafen auszuweiten und sogar für interkontinentale Verbindung zu vergrößern.

Klimapolitisch ist der Flughafen eine Katastrophe, und die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass viele Geschäftsreiseflüge durch Online-Formate schlicht überflüssig sind und auch die hohe Subventionierung von Ferienflüge ist ökonomisch nicht vertretbar. Daher bin ich unbedingt dafür, über die Beendigung des Flugbetriebes nicht nur nachzudenken.

Thomas Klein, Bundestagskandidat für die Grünen aus Osnabrück

blustories: Dass wir mehr für den Klimaschutz tun müssen, ist mittlerweile den meisten Menschen klar. Bund, Länder und Regionalpolitik schieben sich jedoch gegenseitig die Verantwortung zu: Was ist aus deiner Perspektive in der Regionalpolitik in Sachen Klimaschutz überhaupt möglich?

Thomas: Ganz konkret wäre es ein erster wirksamer Beitrag zum Klimaschutz, die A33 nicht weiter nach Norden zur A1 zu bauen, also die Autobahnplanung A33-Nord aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen.

In den Kommunen wäre viel durch energetische Gebäudesanierung einzusparen und - wie in Osnabrück mit Hilfe eines Solarkatasters - mehr Dachflächen mit PV-Anlagen zu versehen.

blustories: Durch den Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft werden einige Jobs verschwinden und andere neu entstehen. Wie gehen die Grünen in Osnabrück mit dem Spannungsfeld Sozialverträglichkeit und Klimaschutz um?

Thomas: Schon der technische Wandel führte in der Vergangenheit stets zum "Aussterben" und gleichzeitig zur Schaffung neuer Berufe; aus Kfz-Mechaniker*in wurde Kfz-Mechatroniker*in. Die Energiewende schafft neue Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien. So können z.B. durch energetische Gebäudesanierungen- und Veränderungen im regionalen Handwerk viele neue Arbeitsplätze entstehen.

Aber in fossilen und atomaren Sektoren gehen sie verloren. Es ist gesellschaftliche Aufgabe, diesem Wandel u.a. durch zukunftsfähige Schul- und Berufsausbildung, durch Weiterqualifizierung und Umschulungen nachhaltig gerecht zu werden.

Redaktionelle Begleitung: Paul Thaler

Möchtest du eine Antwort in Form einer Story schreiben?

Weitere Stories