EM Effektive Mikroorganismen vermehren oder "Sag niemals nie!"

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von Martina
vom 18.04.2020

Im Sommer 2013 lernte ich bei einem Permakulturkurs in Oberlienz bei Sepp Brunner ("The Burner") die Effektiven Mikroorganismen (EM) kennen. Neben vielen anderen Methoden der Gartengestaltung, aber auch ethischen Grundhaltungen lernten wir an einem Nachmittag die EM - Bakterien kennen, auch wie man sie mit Hilfe der Thailändischen Methode kostengünstigst vermehrt (1 Liter = ca 1 €).

Nie dachte ich, dass ich die EM jemals vermehren und sie in meinem Alltag nutzen würde. Doch dann - im Herbst 2013 - packte es mich irgendwie: Ich kaufte von Anne Lorch das Buch "EM Eine Chance für unsere Erde: Effektive Mikroorganismen. Wirkungsweise und Praxis". Und das ließ mich nicht mehr los, da die Wirkweise und Anwendungsmöglichkeiten so schön mit vielen Bildern beschrieben waren. Das Buch "EM - unsere Perspektive" des EM-Entdeckers Teruo Higa - erschienen ebenfalls im Herbst 2013 - fasste für mich sehr treffend die Erkenntnisse der letzten 30 Jahre EM-Technologie zusammen und gab mir einen Überblick, wo überall auf der Welt EM bereits angewandt wird. Seither habe ich viel mehr Hoffnung, was unsere Umwelt betrifft, denn wir haben eine REGENERIERENDE Technologie, in Zeiten, in denen so viel durch den Menschen degeneriert. Besser wäre natürlich die Schäden an der Umwelt gleich zu vermeiden.

In einem 25 Liter Fermenter setzte ich 3-4 mal im Jahr mein EM (das sogenannte EMa) an und habe im Bekanntenkreis einige Abnehmer (2x für Pferdestall, 1x Hühnerbesitzerin).

Ich bin keinerlei Produkt-Vertreterin von EM-Produkten, doch überzeugte Anwenderin und unterstütze den Verein "Emiko e.V." seit 7 Jahren, wodurch ich die interessante Vereinszeitung bekomme.

Hier für euch das Thailändische Rezept für den 25-Liter Fermenter, das man auch in meinem Erklärvideo unter "Klara Mind" und "EMa kostengünstig ansetzen: Die Thailändische Methode * Effektive Mikroorganismen *" auf YouTube findet:

1/2 Schöpflöffel Zuckerrohrmelasse 2,5 kg Zucker 250 ml EM1 (der Firma EMIKO, da die die Originallizenzen hat) Leitungswasser [+ 25 g gutes Salz + 100 EM-Pipes]

Das EMa fülle ich dann in dunkle Bügelflaschen (0.5 Liter) und stelle sie in meinen kühlen Keller bzw. in die Kühlschrankseitentür. Der ph-Wert liegt bei 3,4, ich kontrolliere das mit einem Messstreifen. Eine nicht geglückte Vermehrung würde nach faulen Eiern riechen. Das kam aber noch nie vor. Einmal gärte die Flüssigkeit im Fermenter stark, als ich zu viel Zuckerrohrmelasse benutzte (wie oft in den üblichen Rezepturen im Internet / Büchern empfohlen). Bei der Verwendung achte ich darauf, EMa nicht über 40 Grad zu erwärmen, da es (als lebendige Bakterienmischung) sonst kaputt gehen würde.

" Es ist eine sogenannte Anwendertechnologie und noch nicht so bekannt in Deutschland. "

Wie verwende ich persönlich EMa?

In einer Sprühflasche für 360 ° Sprühen (gefüllt mit 0.5 Liter Wasser und nur einer KLEINEN Menge EMa, ca 1 cl, da sonst zu klebrig wegen des Zuckers) reinige ich: - mein Geschirr - Fliesen und Ablagen - ganz verdünnt (Zucker!) meine Böden - die Luft - Badewanne, Toilette, Waschbecken (leider etwas zu schwach bei Kalkablagerungen, aber ich putze auch nicht sooo viel)

Außerdem besprühe ich meinen Kompost - im Haus und im Garten - mit EMa. Meine Kompost-Miete wird folgendermaßen angelegt (auch nach Sepp Bunners Vorschlägen): Kompost (sämtliches Organisches - prinzipiell sogar Fisch/Fleisch/sämtliche Essensreste) und teilzerkleinerte Gartenabfälle kommen in ein Loch (zwischen zwei Reihen Garagenaushub bei mir). Ich besprühe alles schichtweise mit EMa, zuletzt bedecke ich es mit einer dunklen Teichfolie, die ich mit Steinen beschwere, so dass das ganze für Wochen, z.T. Monate sich verwandelt. Das Ergebnis ist ein sauerkrautähnlicher Kompost, der optimalerweise von Pilzfäden durchzogen ist. Er riecht süßlich und gut, nach frischem Waldboden, und ist voller Kleinstlebewesen. Im Gegensatz zum normalen Kompost sind die größeren Teile oft noch gar nicht richtig zersetzt, was aber nichts ausmacht. Der pH- Wert ist anfangs sehr niedrig, daher sollte man 1-3 Tage warten. Dann wird dieser Super-Humus auf/in die Beete ausgebracht, optimalerweise zwischen (!) die Pflanzen eingegraben, da wohl (Wild-)Tiere ganz scharf auf dieses Bokashi (Bokashi =japanisch und bedeutet so viel wie "fermentiertes Allerlei") sind. Ein guter Kompost sei genauso wertvoll, meinte Sepp,mit EM sei es einfach nochmals eine andere Möglichkeit der Humusproduktion!

Würden alle Menschen EM im Haushalt verwenden und auch in ihre Ausgüsse kippen, hätten wir ganz andere Werte in den Rohren und Kläranlagen. Bisher ist die EM-Technik bei Biobauern (Stallhygiene / weniger Antibiotika) und bei Kleinkläranlagenbesitzern bekannt. Es ist eine sogenannte Anwendertechnologie und noch nicht so bekannt in Deutschland. In Japan (wo z.B. auch Schulklassen sogenannte Dango-Lehmbällchen mit EM in Gewässer zu deren Reinigung werfen, https://www.emiko.de/bucht-von-tokio-wieder-sauber-durch-em/) und anderen asiatischen Ländern wie Thailand ist diese Technologie durchaus bekannt und inzwischen etabliert.

Ich würde mir wünschen, dass Krankenhäuser ihre Hygienekonzepte nach der Milieu-Theorie ausrichten, vielleicht ließe sich die Problematik mit den Krankenhauskeimen besser in den Griff kriegen? Die Idee wäre die, dass ein gutes Milieu mit EM geschaffen wird, so dass schlechte Keime gar keine Chance haben. Wird mit Desinfektionsmitteln alles steril gemacht, aber ein "böses Bakterium" überlebt, so vermehrt sich dieses innerhalb kürzester Zeit und richtet Schaden an. So habe ich es jedenfalls verstanden, das müssten die Profis durchdenken und weiterentwickeln --> sie "EM-Wippen": https://www.emiko.de/was-ist-em/

Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren! Ich hätte niemals gedacht im Sommer 2013, dass ich EM selber vermehren würde, aber sag niemals nie!

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