Freiwilligenarbeit - Finde die richtige Organisation

MS

von Michi Schreiber
vom 7.11.2020

Der Drang zu helfen, seinen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt oder zum Schutz von Tieren zu leisten, wird immer größer. Mehr und mehr Jugendliche und auch Erwachsene sind bereit, nach dem Abitur oder im wohlverdienten Jahresurlaub am anderen Ende der Welt mitanzupacken, um den Planeten ein kleines Stück besser und grüner zu machen.

Das Traurige ist jedoch, dass es ebenso Menschen gibt, die die Güte und Bereitschaft anderer, Tieren zu helfen, skrupellos ausnutzen, um Wildtiere zu züchten und diese dann für viel Geld an die Jagd oder die Tourismusbranche zu verkaufen!

Denn anstatt verwaisten Tieren ziehen die ehrenamtlichen Helfer in sogenannten Breeding-Farmen gezüchtete und ihren Müttern entrissene Jungtiere auf – angeblich im Zeichen des Artenschutzes, um die Tiere eines Tages wieder auszuwildern. Doch anstatt Freiheit wartet auf die männlichen Löwen beispielsweise die Gatterjagd; eine Sportart, bei der Trophäenjäger die Großkatze in einem begrenzten Gehege jagen dürfen. Der Löwe hat keine Chance zu entkommen! Doch genau das ist gewollt. Immerhin zahlen die Jäger häufig fünfstellige Summen für ihre Abschussgarantie.


Um nicht in solchen Projekten zu landen, wenden sich viele an Organisationen, die Freiwilligenhelfer vermitteln. Doch auch hier ist nicht jeder vertrauenswürdig! Worauf Du achten solltest, wenn Du mit einer Organisation verreist, erkläre ich Dir in drei Schritten!

1.    Hat die Organisation das Projekt geprüft?

Man mag es kaum glauben, doch es gibt tatsächlich Organisationen, die eine Vermittlungspauschale für Projekte fordern, die sie nicht geprüft haben. Daher solltest Du IMMER nachfragen, ob das Projekt geprüft wurde. Fordere hier bitte präzise und genaue Antworten und lasse Dich nicht von Auskünften wie „wir haben Dritte, die uns dabei unterstützen“ beirren. Eine gute Organisation sollte immer einen Verantwortlichen haben, der vor Ort war und künftige Helfer kompetent beraten kann.

2.    Wann hat die Organisation das Projekt besucht?

Auch diese Information ist wichtig für Dich! Ein regelmäßiger Besuch bei allen Kooperationspartnern sollte für eine nachhaltige und vertrauenswürdige Organisation selbstverständlich sein. Natürlich kann man Projekte nicht wöchentlich oder jährlich prüfen. Aber wenn man vor zehn Jahren das letzte Mal vor Ort war, wird sich vermutlich einiges geändert haben, sodass man die neuen Helfer (1) nicht mehr gut vorbereiten kann und (2) keinen Überblick mehr über das Projekt und dessen Entwicklung hat.

3.    Wer war Prüfer?

Das ist die wohl wichtigste Frage! Wer hat das Projekt geprüft? Häufig ist es so, dass Organisationen, die Projekte prüfen (was bereits sehr gut ist), ungeschulte Laien vor Ort arbeiten lassen und aufgrund ihrer persönlichen Eindrücke eine Station als nachhaltig einschätzen oder eben nicht. Dass dieser Laie aber allein seine persönlichen Erfahrungen wiedergeben kann und kein geschultes Auge für das Wohl von Tieren und auch keine Erfahrung mit Wildtierrettung und Auswilderungen hat, sagt bereits alles. Ganz zu schweigen davon, dass sich Tierarten untereinander deutlich unterscheiden.

Michi mit heranwachsenden Pavianen, die ausgewildert werden.

Wichtig ist, dass Projekte von Menschen mit Fachkompetenzen und praktischer Erfahrung geprüft werden. Zudem sollten verschiedene Tierarten – Löwen, Schildkröten und Primaten – nicht von ein und derselben Person geprüft werden, solange diese nicht wirklich in allen Bereichen Expertise besitzt! Alleine Primaten unterscheiden sich untereinander nämlich so deutlich voneinander, dass kein „Affe“ dem anderen gleicht und man für alle Primaten – seien es nun Halbaffen, Neuweltaffen, Altweltaffen oder Menschenaffen – zusätzliche Kompetenzen benötigt. Tatsächlich ist es mir persönlich passiert, dass ein scheinbarer Primatenexperte einer Organisation nicht mal die Grundkenntnisse im Bereich Klassifizierungen besaß, sich aber damit brüstete, alle Tierstationen für sämtliche Primatenarten natürlich fachkompetent prüfen zu können.

Vielleicht merkst Du schon, dass mir dieser Punkt besonders wichtig ist. Woran das liegt?

Ich bin der Meinung, dass Organisationen, die Projekte nicht hinreichend prüfen, ihren Teil dazu beitragen, dass Breeding-Farmen so erfolgreich laufen. Und damit unterstützen sie nicht nur den Tod vieler wundervoller Wildtiere, sondern versorgen solche Stationen mit Geldern und Arbeitskräften, die an anderer Stelle dringend gebraucht werden würden!

Meine persönlichen Erfahrungen sowohl mit Tierstationen als auch mit Organisationen haben mich dazu gebracht, meine eigene Organisation zu gründen, die genau darauf achtet: Das Wohl der Tiere, gut ausgebildete Freiwilligenhelfer und eine Prüferin, die nicht nur als Primatologin in vielen Bereichen ausgebildet ist, sondern mit Herz und Verstand in allen Stationen selbst mit angepackt hat.

Diese Prüferin bin übrigens ich – Michi, 24 Jahre jung, Tierschützerin für Affen und Gründerin der Organisation affis.adventures.

Meine Vision ist es, Affen in die Herzen der Menschen und mit ihnen gemeinsam zurück in die Wildnis zu bringen!

Daher lade ich tierliebe Abenteurer in meine Welt als Tierschützerin mit Affen ein, um sich selbst als Freiwilligenhelfer im afrikanischen Busch neu zu entdecken, zu erden und gleichzeitig einen Unterschied im Leben eines frechen Affen machen! Du hast Lust in nachhaltigen Tierschutzprojekten mitzuwirken, dann folge uns auf Instagram und Facebook uns sei ab 2021 vor Ort dabei. Garantiert geprüft und nachhaltig!

Michi beim Füttern drei kleiner Paviane.

PS: Freiwilligenarbeit ist zwar nichts für Dich, aber die kleinen Affen haben dennoch Dein Herz erobert? Dann werde doch Affenpate und unterstütze einen meiner Schützlinge bequem von zu Hause auf seinem Weg in die Freiheit.

Möchtest du eine Antwort in Form einer Story schreiben?

Weitere Stories