Rundbrief eines Arztes an Schülerinnen und Schüler zu COVID-19

DT

Von Dr. Thomas Schmieder
23.03.2020

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ieser Brief wurde am 19. März 2020 von dem Vorsitzenden des Schulelternrates des Gymnasiums Melle (Raum Osnabrück) an Eltern und SchülerInnen gerichtet.

Der Brief eines Arztes aus Melle

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Miteltern, Lieber Schüler- und Schülerinnen,

heute wende ich mich an Sie/ Euch, um auf den Ernst der Lage ausdrücklich aufmerksam zu machen. Wie die meisten wissen, bin ich hauptberuflich Arzt, Chefarzt einer Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin. Ich habe es also oft mit Schwerkranken zu tun.

Dass sich unsere Kanzlerin, Frau Dr. Merkel, an uns gewandt hat, hat einen sehr ernsten Hintergrund, der in den Köpfen vieler Jugendlicher und Erwachsener nicht angekommen zu sein scheint! Wer gestern die Militärflüge beatmeter Patienten in unserem Nachbarland Frankreich von Mühlhausen in den Süden Frankreichs gesehen hat, sollte es verstanden haben.

Wir müssen einen großen Ausbruch so lange wie möglich verhindern, damit unsere Kranken-häuser die Situation beherrschen können. Die Bundesregierung hat nicht umsonst 10.000 Beatmungsgeräte in Auftrag gegeben.

" Ich habe gestern immer noch gut gelaunte Jugendliche in Gruppen gesehen. Das ist dumm. "

Auf Facebook wird der größte Blödsinn bis hin zu Verschwörungstheorien und abstrusen Konzepten veröffentlicht, von Idioten, aber sicher auch Gruppen, die bewusst destabilisieren wollen. Erstaunlicherweise gibt es viele Mitbürger, die allzu bereit sind, das alles zu glauben – obwohl sie in den Schulen gelernt haben sollten, kritische Schüler und später kritische Bürger zu werden.

Ich möchte nach den Ferien (?, eher später) alle gesund und munter wiedersehen, mit den besten Kenntnissen über Viren, deren steter Veränderung und Zoonosen.

Bleiben Sie/ bleibt zuhause und gesund!

Mit herzlichen Grüßen Thomas F. Schmieder

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