Lauritz Heinsch aus dem Büro für sozialen Humusaufbau

Eine Bildungsreform is' wie Bäume pflanzen, dringend notwendig!

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von Lauritz
vom 1.12.2021

Hej Leute, mein Name ist Lauritz Heinsch.

Bevor ich zum, im Titel versprochenen, Thema komme, möchte ich etwas ausholen, damit ihr einen Bezug zu mir und meiner Motivation, eine Bildungsreform und den sozio-ökologischen Wandel voranzutreiben, bekommt.

Verzeiht und genießt:

Ich hatte mich um das Jahr 2011 wohl etwas zu lange und intensiv mit den Missständen auf der Welt beschäftigt und schleichend unbemerkt die „Brille“ aufgezogen, dass es überall brennt und ich gar, gar nicht mehr weiß, wo ich ansetzen kann.

Das führte zu einer recht unangenehmen Ohnmacht.

In der gleichen Zeit sind wir schwanger geworden, was die Ohnmacht noch verstärkte. Ich habe mir an den Kopf gefasst und mir die Haare gerauft, wie es denn gelingen kann bei alldem noch ein Kind in diese Welt zu setzen, wo mir die Welt doch überhaupt nicht kinder- geschweige denn enkeltauglich erschien.

Um diese wirklich großartige Geschichte bedauerlicherweise doch etwas abzukürzen:

Ich habe noch mal eine ganze Menge Zeit in Bildung, teils herkömmliche, teils alternative, gesteckt. Ganze 6 Jahre waren das, die ich mich für verschiedene Programme committet habe.

Diese Zeit hat mich mit reichhaltiger Ernte belohnt.

Neben den ganzen neuen Fähigkeiten zur Selbstwirksamkeit habe ich neue Perspektiven und eine keimende Vision für mein Wirken in der Welt gefunden und direkt begonnen sie umzusetzen.

Mittlerweile bin ich Schreiner-Geselle, (Dipl. Permakultur-)Designer, (Wildnis-)Pädagoge, (Humus-)Festivalgründer und -veranstalter, Foodsharing- und FLAKE-Botschafter, (Dokumentar-)Filmemacher, Musiker, Schulleiter, Feriendorf-Hüter(in spe) und alleinerziehender Papa.

Aber der Reihe nach:

Das richtig Initiativ-Werden startete bei mir mit zwei Projekten:

Den Humus-Festivals, das sind 8-tägige, sich über Spenden finanzierende, auf 120 Menschen limitierte, selbstorganisierte Mitmach-, Workshop- und Campleben-Festivals zur Vernetzung der vier Nachhaltigkeitsbewegungen: Permakultur, Wildnispädagogik, Foodsharing und FLAKE.

Von diesen Festivals gab es mittlerweile 15 Stück in Deutschland.

2022 kommt ein Dokumentarfilm von mir darüber raus, der beschreiben wird, wie sich die Feste entwickelt haben, welche Bewegungen und Designs ihnen zugrunde liegen, worauf es ankommt und vor allem, wie ihr selbst eines veranstalten könnt.

Das zweite Projekt war eine soziale Plastik nach dem Vorbild von Joseph Beuys, die FLAKE. Sie ist eine analoge Multisharing-Plattform in 3D, als Kunstinstallation.

Geschaffen wird ein Ort der Begegnung und Spielplatz der Vernetzung, an dem Bedürfnisse, Ressourcen, Informationen und Ideen sichtbar gemacht, kombiniert und vereint werden können. Gemeinsam wird experimentiert mit einer Alternative zum Tauschen und erfahrbar gemacht, was es heißt, bedingungslos miteinander zu kommunizieren und zu teilen.

Diese Installationen lassen sich vereinzelt überall in Deutschland auf Festivals oder in Hausfluren finden. Sehr exponiert steht eine direkt am Eingang des „Kliemannsland“.

Mit diesen beiden, zwar von mir über Jahre hinweg maßgeblich angeschobenen, aber als nonprofit-Initiativen organisierten, Projekten startete ich als „Büro für sozialen Humusaufbau“, quasi der Schaltzentrale, durch.

Die vielen Bildungswege und Ehrenämter haben ganz schön an Kohle verschlungen und da ich neben meinem eigenen auch noch ein paar andere Mäuler zu stopfen hatte, sah ich mich dazu aufgefordert und jetzt aber auch gut ermächtigt, neben dem ganzen Ehrenamt, endlich einmal ein gezielt monetär-ertragsorientiertes Projekt zu starten, was mich unabhängig von unsicheren Gelegenheits-Jobs machen, aber trotzdem einen massiven gesellschaftlichen Mehrwert erzeugen sollte.

Dabei wollte ich allerdings auf keinen Fall meine nonprofit-Projekte kommerzialisieren.

Deshalb habe ich sämtliche Themen, mit denen ich mich in den letzten 10 Jahren beschäftigt habe, zu einem neuen, großen und komplexen Werk verflochten.

Mein Meisterstück:

Der Weiterbildungskosmos „Pfade zur Wildgestaltung"

Innerhalb eines Jahres habe ich geträumt, designt, erschaffen und mich darin als Lernbegleiter und Schulleitung selbstständig gemacht.

Mit der auf 12 Lernjahre ausgelegten Weiterbildungsinstitution, bestehend aus verschiedenen und weitestgehend eigenständigen, einjährigen Weiterbildungen, Fernstudien und Bildungsreisen, möchte ich einen Leuchtturm für ein neues Bildungssystem setzen!

Die Basis bilden auch hier die Grundsätze der Permakultur, Wildnispädagogik und Schenkökonomie.

Das Pionier-Projekt wird durch alternative Finanzierungsmodelle unterstützt.

Generationenübergreifend wird das Lernen von aktuellen Nachhaltigkeits- und Selbstwirksamkeits-Thematiken spielerisch behandelt und durch Selbstorganisationsstrukturen in den Alltag integriert. 

Der Lernpfad beispielsweise ist der erste Pfad und ein möglicher Einstieg in den komplexen und weitreichenden Kosmos des neuen Bildungssystems.

Er umfasst circa 90 Seminartage in 13 einwöchigen Modulen mit den Schwerpunkten Permakultur, Wildnispädagogik, altes Handwerk, Soziokratie, (Food)sharing, Flake, gemeinsame Ökonomie, Kommunikation, Aktivismus, Tiefenökologie, Humus-Festivals und Humus-Hood. Weil es sich beim Lernpfad um eine Campleben-Weiterbildung handelt, finden alle Module draußen in der Natur unter freiem Himmel statt.

Das Jahr steht unter dem Schwerpunkt der Permakultur und ist nach den internationalen Richtlinien des Permakultur-Design-Kurses ausgerichtet, somit kannst du nach Abschluss des Jahres zum Beispiel in das Studium der Permakultur Akademie einsteigen. Des Weiteren zeichnet sich vor allem der Lernpfad durch seinen Fokus auf Selbstorganisation, Kindertauglichkeit und seine partizipativen Finanzierungsmodelle aus.

Ich bin gerade dabei, das Jahr staatlich zertifizieren zu lassen, damit die Teilhabe beispielsweise die Kindergeldberechtigung erhält.

Der nächste Schritt ist die Anerkennung als reguläres Schuljahr.

Ein langer Weg, doch wie gesagt, eine Bildungsreform ist wie Bäume pflanzen, dringend notwendig!

Es braucht viel mehr Bildungswege, die die freie Entfaltung von Menschen unterstützen, indem sie gemeinsam das lernen, was sie begeistert! 

Nebenbei, weitere Pfade in der Wildgestaltung sind zum Beispiel der „Lehrpfad“, mit Schwerpunkt Wildnispädagogik, der „Gesellenpfad I“, mit Schwerpunkt auf Handwerk und Ernährung, der “Gesellenpfad II“ mit Schwerpunkt auf Körper & Klang, der "Gewerkelpfad", der "Gemeinschaftspfad" und viele mehr.

Und nochmal was anderes:

Mit der Wie:Du:Kind Filmwerkstatt produziere ich Dokumentarfilme, die die Anfänge, Hintergründe, Prozesse und Ergebnisse meiner Projekte festhalten und für andere niedrigschwellig zugänglich und reproduzierbar machen sollen.

Was soll ich noch sagen?

Ihr seht, ich hab richtig Bock!

Wenn, ihr irgendwo darin einen Hebelpunkt für euch erkennt und mit ähnlichen Projekten unterwegs seid, dann schreibt mich bitte an!
Lasst uns die Kräfte bündeln!

Schaut vorbei, ich freue mich auf euch!

Vielen Dank fürs Lesen!! (:

Liebste Füße ausm Büro für sozialen Humusaufbau…Lauritz Heinsch

p.s.:

Meine Projekte findet ihr...

...auf Instagram als:

@sozialer_humusaufbau

...und im Web unter:

Büro für sozialen Humusaufbau

Pfade zur Wildgestaltung

Humus-Festivals

FLAKE

Wie:Du:Kind Filmwerkstatt

Hebel e.V.

Titelbild: Lauritz Heinsch aus dem Büro für sozialen Humusaufbau

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Kommentare (1)

Dario

Dario

Vor 44 Tagen

Find ich echt krass und bewundernswert, dass du der Klimakrise mit so viel positiver Energie (quasi konstruktiv) begegnest, indem du dein Wissen für einen nachhaltigen Lebensstil teilst. Ich persönlich bin da in Anbetracht der Auswegslosigkeit Mehr anzeigen

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