Nachhaltiges lernen in der Schule

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von Levi
vom 8.08.2020

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Dem Leben während der Schulzeit Fragen stellen

Wie funktioniert Leben? Wie kann mein eigenes Leben gelingen? Was kann ich? Wer bin ich eigentlich? Was bewegt und begeistert mich? Dem Leben Fragen stellen (dürfen), die mich im Moment beschäftigen. Und das, obwohl ich noch zur Schule gehe... geht das?

Nachhaltiges und lebenslanges Lernen. Dies gilt nicht nur für Kinder. Wir Eltern sind es doch, die sich für unsere Kinder eine lebenswerte Zukunft wünschen, in der unsere Kinder bestehen und gesund groß werden können. Einen Fahrplan dafür gibt es nicht und doch genug Wege Bildung für nachhaltige Entwicklung mit dem groß werden zu verknüpfen. Gemeinsam. Jetzt.

Covid-19 und die Schule

Ich habe drei Kinder an der Hand, zwei davon sind Grundschulkinder. Während der Covid-19 Pandemie ging das, was den Kindern gelehrt wurde, nicht weit über die Fächer Deutsch und Mathe hinaus! Es sind Grundkompetenzen, die Kinder beherrschen sollten, um sich in der Welt besser zurecht zu finden… ABER… was ist mit all den anderen (Zukunfts-) Kompetenzen, die Kinder brauchen, um ein gelingendes Leben zu führen? Mut und Vertrauen in die eigene Wirksamkeit, Experimentierfelder, Austausch mit anderen Kindern jeglichen Alters zu diversen selbstgewählten Themen und an der Seite Mentoren, die ohne Bewertung unterstützen. Räume, um sich selbst und seinen eigenen Fähigkeiten zu begegnen. Medienkompetenz, digitale Mündigkeit, eben ein natürlicher Umgang mit modernen Technologien gehören für mich gleichermaßen dazu. Diese Räume fehlen meiner Meinung nach in unserem Bildungssystem und das hat mich nachdenklich werden lassen.Ich habe nicht erwartet, dass unser Bildungssystem sich innerhalb der wenigen durch Corona geprägten Monate grundlegend verändert – und doch bin ich enttäuscht über die nicht genutzten Möglichkeiten, die uns der Virus „geschenkt“ hat. Die Möglichkeit zB neue digitale Wege zu gehen bzw. auszutesten, den Kindern Freiraum zu schenken sich gerade in dieser Zeit bewusst mit selbstgewählten und vielleicht aktuellen Themen zu beschäftigen. Nicht ausschließlich, und doch regelmäßig.

Was bedeutet gelingendes Leben für mich?

Ich habe mir u.a. die Frage gestellt wie ich daran etwas ändern kann, wie ich selbst die oben erwähnten Kompetenzen weitergeben kann, wenn es die Schule schon nicht tut. Während des Lockdowns waren wir viel in der Natur und haben gemeinsam gesammelt, gebastelt, gefühlt, ausprobiert, entdeckt, gelauscht, gestaunt, geforscht, etc. Ausgleich geschaffen, wo er nötig war. Dabei habe ich die Kinder oft einfach nur machen lassen. Kinder machen sich die Welt wie sie ihnen gefällt und sind kreativ im Spiel. Oft erwächst aus kleinen Momenten Großes. Die Natur erhebt das Kind nicht über andere Kreaturen und das ist es was ich meinen Kindern für die Zukunft mitgeben möchte und was sie von Natur aus eigentlich bereits wissen:

Wir alle sind ein Teil dieser Erde und nur, wenn wir schützen was wir lieben, können wir die Kraft aufbringen die Welt zu verändern. Nur, wenn wir lernen, was uns bewegt, begeistert und umgibt, wenn wir unserer inneren Orientierung folgen (dürfen) - ohne Druck, können wir etwas für uns und unsere Zukunft bewirken.

Levi

Nachhaltiges und lebenslanges Lernen. Es ist nicht immer der einfachste und bequeme Weg etwas zu ändern. Aber es lohnt sich. Für uns, für unsere Kinder, für unsere Zukunft!

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Das lateinische Wort „educare“ wird umschrieben mit den Worten „hervorbringen, wachsen lassen, herausführen, (er)nähren“. Bildung hat die Kraft unsere Welt zu verändern. Wir selbst haben als Eltern die Möglichkeit das zu verändern was für uns Bildung ist und was wir unseren Kindern mitgeben wollen.

Viele Initiativen haben sich während der Covid-19 Pandemie dem Thema Schule im Umbruch gewidmet. Ein Format für diese Transformation ist der FREI DAY. Ein wöchentlich fester Tag mit mindestens vier Stunden in der Woche, in jeder Klasse, jahrgangsübergreifend. "Der FREI DAY macht Schulen zu WERK-Stätten, WIRK-Stätten und TAT-Orten für weltverantwortliches Handeln", steht auf der Internetseite und spricht mir aus dem Herzen. Gemeinsam an Projekten arbeiten und diese dann umsetzen. Das eigene Tun also mit Sinn verbinden und das so erlangte Wissen für sich festigen. Erfahrt mehr unter www.frei-day.org.

Wenn euch die Schule von morgen am Herzen liegt, schaut euch im Internet oder in den sozialen Medien nach weiteren Formaten um. Instagram-Profile wie @schule_in_bewegung, @wirfürschule, @diezukunftsbauer, @zukunftskids, @wirfuervielfalt, @schuleimaufbruch, @seed.schule, @schuleimwandel, @gemeinsameinzigartig, @diezukunftsbauer, @coding_kids_team u.v.m. laden zum Lernen, mitmachen und weitersagen ein. Hashtags wie #Changemaker #lebengestaltenlernen #vomhandelnzumwissen  #zukunftskunst #bildunggehtanders #wirfuerschule #act4sdgs #sdgs #bne #schuleimumbruch #schuleimwandel, #vielfalt_lernen uvm. sammeln weitere Informationen und tolle Anregungen zu den oben genannten Themenkomplexen.

Um die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 zu erreichen, braucht es solche Formate. Lasst uns gemeinsam mit anderen zu einer Veränderungen im Bildungssystem beitragen. Lasst uns dafür einstehen, dass unsere Kinder (über sich hinaus) wachsen können. Und solange die Schule sich im Umbruch befindet, fangt zuhause an und überlegt euch selbst wie ihr euren Kindern Raum für kreatives Wirken ermöglichen könnt. Gemeinsam.

Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann - tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde.

Margaret Mead

von Levi

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