Emilia "Milla" Fester, Kandidatin der Grünen Jugend Hamburg zur Bundestagswahl 2021 © Henning Angerer

Warum es junge Leute in den Parlamenten braucht

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von Emilia "Milla" Fester
vom 15.11.2020
aktualisiert am 16.11.2020

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Milla ist eine junge Politikerin, die zur nächsten Bundestagswahl als Kandidatin der GRÜNEN JUGEND Hamburg nominiert ist. Mit (dann) 23 Jahren wäre sie eine der jüngsten Bundestags-Abgeordneten, die es jemals gab. Sie erzählt uns, warum genau diese junge Generation, laute Stimmen im Parlament braucht.

Warum es einen Wandel braucht

Die Politik von heute, in der weite Teile unserer Gesellschaft maßgeblich unterrepräsentiert sind, entscheidet über die Zukunft der Generationen von morgen. Der politische Druck von der Straße wirkt hier maßgeblich darauf ein, dass sich überhaupt etwas bewegt. Aber wir wissen es alle: Diese Zukunft ist wegen falscher Kompromisse und Tatenlosigkeit noch immer in höchster Gefahr. Unsere natürliche Lebensgrundlage die Erde, ihre Ressourcen und Lebewesen fallen der katastrophalen Ausbeutung unserer natürlich Lebensgrundlagen zum Opfer. Und dabei wissen wir bereits seit Jahren, wie wir es schaffen könnten, die Klimakrise und ihre katastrophalen Folgen zu begrenzen.

Es braucht einen Wandel in der ganzen Gesellschaft, hin zu einem nachhaltigen Leben, im Einklang mit den natürlichen Ressourcen. Eine klimaneutrale Welt muss auch gar nicht ungemütlich oder entbehrungsreich sein. - Im Gegenteil: eine klimaneutrale Zukunft birgt schöne, naturnahe Begegnungsorte, leckeres regionales Soulfood und eine gesunde Gesellschaft. 

Diese Ideen für ein klimaneutrales Leben werden viel besprochen, im Privaten - soweit ökonomisch möglich - umgesetzt und vor Allem befürwortet. Aber immer und immer wieder, wurde der Moment in der Politik verpasst, das schier unendlich Wachstum unserer Emissionen einzudämmen.

Junge Menschen bringen neue Perspektiven auf Politik und Gesellschaft mit, haben frische Ideen und aufgrund ihres Lebensumfelds andere Handlungshorizonte. Und: Sie haben in Zukunftsfragen den entscheidend wichtigen Druck, sich mit lauten Stimmen für eine bessere Welt einzusetzen. Denn es geht um ihre Welt, ihre notwendigen Veränderungen und ihre Zukunft. 

Emilia "Milla" Fester

Über das politische Klima für gute Klimapolitik

Für eine nachhaltige Welt, braucht es aber leider mehr als gute Ideen, wenige Vorreiter*innen und „Ermöglichung für Leute, die es sich leisten können“. Die Klimakrise ist und bleibt eine soziale Frage, denn wir könnten es auch so beschreiben: Die Menschheit schafft sich ab und die ersten die untergehen, sind die Ärmsten, die Diskriminierten, die Zukünftigen. 

Deshalb hab ich mich zu einem ungewöhnlichen Schritt entschieden: Ich bewerbe mich für den Bundestag. Denn es reicht mir nicht mehr die Unterlassungen der Politik auszugleichen, indem wir alle individuell unseren Lebensstil umkrempeln und die Kohlekraftwerke aber weiter arbeiten. Es reicht mir nicht mehr, freitags auf der Straße zu stehen und laut zu sein, ich will dass sich endlich wirklich etwas bewegt. Es ist an der Zeit.

Und das politische Klima für gute Klimapolitik braucht die lauten Stimmen unserer jungen Generation, ihre Betroffenheit, ihren Druck und ihre Einsatzbereitschaft für den Wandel. Es braucht unseren Mut, unsere Radikalität und unsere Kreativität: Die Power unserer guten Ideen.

Wir jungen Menschen tragen eine Bürde und wir sind bereit zu kämpfen. Seit Jahren ringen wir um Generationengerechtigkeit. Jetzt wird es Zeit unser Recht einzufordern die Politik mitgestalten dürfen: Im Privaten, auf der Straße - und im Parlament!

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